Intuition – Essen nach Bauchgefühl?

„Intuitiv essen, auf den eigenen Körper zu hören, ist die beste Diät der Welt.“

Wie ich in meinem letzten Blogartikel erwähnt habe, möchte ich nun näher darauf eingehen, was Intuition bedeutet bzw. das Spüren in den eigenen Körper.

Die Körperintelligenz bzw. Intuition zu beschreiben ist eigentlich sehr schwierig, da es ein Gespür bzw. ein Gefühl ist. Die Intuition ist nicht ausschließlich im Kopf, dieser ist zu rational. Sie ist auch nicht nur im Herz, dies wäre zu emotional. Die Intuition liegt genau dazwischen, es ist wie eine Art Eingebung, was man nicht beschreiben, sondern nur wahrnehmen und spüren kann.

Wichtig zu verstehen wäre noch, dass Intuition im Vertrauen entsteht. Sobald wir kopfmässig in Angstgefühlen stecken, haben wir keinen Zugriff mehr auf unsere „Eingebung“.

Im Mentaltraining geht man davon aus, dass Körper und Geist eine Einheit bilden. In seiner Mitte zu sein heißt, sich nicht von äußeren Einflüssen aus der Ruhe bringen zu lassen, negative Gefühle annehmen und akzeptieren, zentriert und stabil bei sich selbst zu bleiben. Wir Menschen sind meistens im Kopf präsent, legen unsere Aufmerksamkeit ins Denken und nicht in unseren Körper. Um wirklich spüren zu können, sollte alle Aufmerksamkeit auf den Körper gerichtet sein, dass wir mit und durch ihn leben – Körper, Seele und Geist sind eins. Wir konzentrieren uns jedoch zu sehr auf den Kopf, während der Kontakt zum Körper vernachlässigt wird.

Intuitiv zu essen, auf die Intelligenz des Körpers zu vertrauen, wäre die Lösung und ist eigentlich angeboren. Stellen Sie sich kleine Kinder vor, die wissen genau wann sie hungrig sind und hören auf wenn sie satt sind.

Was also wirklich zählt, um einen gesunden Körper zu erhalten, sein persönliches Wohlfühlgewicht zu erreichen und dabei trotzdem geniessen zu können, ist, seinem Körper zu vertrauen und mit ihm in Verbindung zu stehen. Unser Körper regelt alle unsere Organe und Stoffwechselvorgänge und er weiß am besten Bescheid, was er benötigt. Durch diverse Diäten und Verzichte haben wir schlichtweg verlernt auf unseren Körper zu hören, unserer Intuition zu folgen.

Wir arbeiten ständig gegen unseren Körper, lassen uns von unserem Verstand leiten und reagieren nicht mehr auf unsere Körpersignale, was in unzähligen Krankheiten oder Unwohlsein endet.

„Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand ein treuer Diener. Es ist paradox, dass wir heutzutage angefangen haben, den Diener zu verehren und die göttliche Gabe zu entweihen.“ (Albert Einstein)

Wie schafft man es nun wieder ins Vertrauen zu kommen und unsere Intuition wieder mehr zu hören und zu spüren.

Abgesehen davon, dass es ein Weg ist und nicht von heute auf morgen geschieht, muss uns bewusst sein, dass es ein Arbeiten mit dem Unterbewusstsein ist. Ich möchte jedoch 4 Grundsätze vorstellen, die Ihnen gleich mal helfen werden, intuitiver zu essen:

Essen wenn man körperlich hungrig ist.

Wieviele Menschen essen aufgrund von körperlichem Hunger? Wissen die Menschen überhaupt noch, wie sich körperlicher Hunger anfühlt? Wir sind doch permanent am naschen und stressbedingt essen wir zwischendurch und merken gar nicht mehr, was körperlicher Hunger bedeutet.

Bei jedem fühlt sich körperlicher Hunger anders an. Signale dafür können sein, dass der Magen knurrt, ein leichtes Ziehen in der Magengegend, Konzentrationsmangel, Gereiztheit, Kopfweh. Wenn wir also diese Anzeichen verspüren, sollten wir unbedingt essen, denn unser Körper zeigt uns mit diesen Signalen deutlich, dass er Brennstoff, Nahrungsmittel benötigt.

Essen was man gerne möchte und nicht was man glaubt, essen zu müssen.

Wie oft passiert es, dass wir lieber Pasta zu Mittag essen möchten, dann aber doch lieber zu Salat greifen. In der heutigen Gesellschaft wird einem soviel eingeredet, vor allem was man essen sollte und was nicht. Die ganzen Verbote und Regeln sorgen jedoch dafür, dass wir nicht mehr in unseren Körper hineinspüren, was er nun wirklich braucht, was dieser gerade möchte. Nur in dem wir unser Körper genau das geben, was er braucht, ohne Verzichte, sind auch keine Heißhungerattacken mehr von Nöten, da unser Körper mit allem versorgt ist.

Langsam, bewusst und voller Achtsamkeit essen.

Langsam essen, bewusst essen und mit voller Achtsamkeit das Essen zelebrieren. Das bedeutet auch, nicht nebenbei fernsehen oder telefonieren, Zeitung lesen oder anders abgelenkt sein. Volle Präsenz beim Essen. Durch das langsame und bewusste Essen nehmen wir die Speisen mit allen Sinnen wahr und werden vollkommen befriedigt. Wenn wir bewusst essen, wird das Essen wirklich nur schmecken, wenn wir körperlich hungrig sind und andererseits werden wir eher spüren wenn wir satt sind, damit ist dieser Grundsatz eigentlich der Wichtigste.

Aufhören zu essen, wenn man angenehm gesättigt ist.

Viele Menschen können nicht aufhören, sofern der Teller noch nicht leer ist oder weil es einfach so gut schmeckt. Wenn wir jedoch bewusst essen, spüren wir eher die Sättigung, dieses angenehme Gefühl im Brustbereich oder auch in der Magengegend. Wenn wir nebenbei essen, nehmen wir das Essen nicht bewusst wahr, die Befriedigung fehlt und wir spüren auch nicht, wann wir satt sind und essen automatisch in der Regel über unseren Hunger hinaus.

Unser innerer Wegweiser, unsere Intuition, wird uns dabei helfen, zu essen, wann wir körperlich hungrig sind, in dem wir in unseren Körper hineingehören und bewusst auf die Signale achten. Weiters werden wir bewusst die Speisen wählen, wo unsere Intuition uns zu verstehen gibt, auf welche Lebensmittel wir gerade Hunger haben. Intuitives Essen bedeutet nämlich auch Freiheit und Genuss und durch das achtsame Essen merken wir intuitiv die nächsten Anzeichen, unsere Sättigungsgefühle.

Da die Intuition im Unterbewusstsein liegt, ist es hier ratsam, mittels mentalem Training, wieder einzutauchen und mehr und mehr Gespür dafür zu bekommen.

Wenn wir unseren Körper wieder besser kennen lernen und uns auf seine Signale verlassen, dann brauchen wir keine Disziplin oder ungesunde Essgewohnheiten. Wir brauchen keine Regeln und kein Wissen über „gesund“ und „ungesund“. Es hat mit Stress und Anstrengung nichts mehr zu tun, sondern geht einfach, mit Spass und Leichtigkeit.

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