Essstörungen – essgestörtes Verhalten Teil 1

Ich möchte heute gerne die Thematik rund um essgestörtes Verhalten und Essstörungen angehen und im ersten Teil Magersucht und Bulimie näher beschreiben. Mir ist wichtig, dass man erkennt, sich bewusst wird und sich vielleicht einige darin wiederfinden, denn diese Bewusstwerdung ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Heilung…..

Die Zahl der an Essstörung Erkrankten hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch erhöht. Innerhalb von 20 Jahren hat sich diese mehr als verzehnfacht. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein. Betroffen sind vor allem sehr junge Menschen, 90 bis 97 Prozent sind Mädchen bzw. Frauen. Die extreme Zunahme zeigte sich bei den Aufzeichnungen (Österreichischer Frauengesundheitsbericht und Statistik Austria) über Spitalsaufenthalte aufgrund von Essstörungen. Diese stellt jedoch nur die Spitze des Eisberges dar, da sie nur die wirklich schwer Erkrankten widerspiegelt. (Quelle: SN, APA)

Viele Frauen die einmal an einer Essstörung erkrankt sind, finden leider den Weg nicht mehr zurück in ein „normales“ Leben ohne der Krankheit.

Aber es ist möglich!!

Die Gedanken kreisen ständig ums Essen und man verbietet sich sehr viele Nahrungsmittel, da man uns im Aussen beeinflusst hat, dass es gute und schlechte Nahrungsmittel gibt. Wir probieren verschiedene Diäten durch: Low Carb, High Carb, Low Fat, Krautsuppendiät, FdH, das Abendessen ausfallen lassen, das Frühstück ausfallen lassen, sich nur von Shakes ernähren usw…..also die Liste liesse sich ewig fortsetzen….

Die Diätindustrie bedient sich der Unsicherheit der Menschen und wir fühlen uns oftmals verloren in diesem Ernährungsdschungel und denken, wir bräuchten einen „Plan“, wie wir richtig essen – gesund und schlank möchten wir bleiben bzw. abnehmen.

Dieses Verhalten, wenn man Verbote und Regeln beim Essen aufstellt, und somit seine Körpersignale ignoriert, ist nicht normal. Denn wir hören dabei nicht auf unseren Körper, wir vertrauen ihm nicht und daher bezeichnet man das eher als essgestörtes Verhalten. Mittlerweile fast jede 2. Frau findet sich darin wieder.

Wir fühlen uns dabei sichtlich nicht wohl. Wir denken zwar, wir hätten die Kontrolle, aber fühlen uns sehr eingeschränkt. Wir verlieren immer mehr den Kontakt zu uns selbst und unserer Intuition. Und diese innerliche Disbalance macht sich bemerkbar. Denn dadurch verschwindet der Genuss, die Lebensfreude und die Leichtigkeit.

Diese Verhaltensweisen sind essgestört, aber es kann noch tiefer gehen und zwar, dass man in eine Essstörung rutscht.

Eine Essstörung ist eine Verhaltensstörung, bei der die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen“ eine zentrale Rolle spielt. Essstörungen betreffen die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung. Sie hängen meist mit psychosozialen Problemen, sowie mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammen (Psychosomatik) und können zu ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden führen. So beschreibt es Wikipedia.

Der Prozess von einem gestörten Essverhalten zu einer Essstörung passiert häufig und erfolgt meist schleichend und denjenigen ist dies am Anfang auch gar nicht bewusst, ganz im Gegenteil, die Menschen finden genug Gegenargumente, um zu beweisen, dass alles in Ordnung ist.

Jede Art von Sucht ist ein Davonlaufen von einem Selbst. Das Nichtwollen der Gefühle zu fühlen, sich selbst fühlen und dann auch die innere Leere zu fühlen. Sie lenken sich ab, immer und immer wieder. (Peter Beer, Podcast 23.09.2018)

Ich möchte jetzt gerne näher auf die verschiedenen Essstörungen eingehen.

Im ersten Teil dieses Blogs werde ich auf die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Bulimie eingehen.

  1. Magersucht (Anorexia nervosa)

Die Magersucht ist eine schwere psychische Krankheit.

Das auffälligste Symptom der Magersucht ist, das extreme Hungern und somit der starke Gewichtsverlust. Dies ist das nach aussen sichtbare Anzeichen einer jedoch tiefgreifenden, seelischen Störung. Bei dieser Krankheit reicht es nicht aus, einfach wieder zu essen.

Kontrolle über sich und seinen Körper zu behalten wird ein wesentliches Suchtbedürfnis.

Häufig beginnt die Magersucht in der Pubertät (hier treten dann die Symptome der Magersucht auf, die Wurzel liegt aber viel tiefer). Erwachsen werden, zur Frau zu werden, scheint manchen Mädchen bedrohlich. Durch das extreme Hungern wird eine kindliche Figur aufrechterhalten, und die Figur eines heranwachsenden Mädchen – welches weiblicher und runder wird – wird verhungert.

Psychologen deuten Magersucht als einen inneren Konflikt mit sich selbst, der anders nicht bewältigt werden kann.

Hier noch einige Symptome und Faktoren:

  • krankhaftes Diäthalten führt zu starkem Gewichtsverlust bis zu lebensbedrohlichen Zuständen
  • krankhaftes verzerrtes Körperbild
  • Drang zu hungern
  • Kontrollbedürfnis
  • Angst vor Gewichtszunahme
  • hoher Leistungsanspruch

Menschen die an Magersucht erkranken, sind oftmals intelligente, leistungsorientierte Personen, die jedoch sehr wenig Selbstvertrauen haben und das Gefühl „nicht gut genug zu sein“.

Aus der Magersucht kann sich nun eine andere Essstörung entwickeln, die natürlich auch unabhängig davon auftreten kann – und zwar die

2. Bulimie (Ess Brech Sucht)

Diese Krankheit zeichnet sich dadurch aus, dass durch wiederholte Essanfälle – grosse Mengen an Nahrung in kurzer Zeit verzerrt werden. Anschliessend wird das Essen wieder erbrochen oder die Betroffenen verwenden andere Massnahmen, um nicht zuzunehmen.

Es wird vermehrt auf Aussehen und Gewicht geachtet und das Gewicht wird zwanghaft kontrolliert.

Bulimie erkennt man oft nicht, da viele Betroffene – im Gegensatz zur Magersucht – ein normales Körpergewicht haben bzw. nicht untergewichtig sind. (Natürlich gibt es auch welche, die an Unter- oder Übergewicht leiden.)

Darum ist es auch für Aussenstehende oft schwer zu erkennen und zu beurteilen.

Typisch ist, dass erkrankte Menschen in kurzer Zeit sehr viel zu sich nehmen (extreme Heißhungerattacken), die im Nachhinein kompensiert werden (mit Erbrechen, Abführmittel, exzessiver Sport).

Menschen mit Bulimie haben ein negatives Selbstbild. Das Selbstwertgefühl hängt stark von der Figur ab und vom Erfolg beim Erreichen hochgesteckter Ziele. Gleichzeitig sind sie extrem selbstkritisch, was zu ständiger Unzufriedenheit mit den eigenen Leistungen führt.

Symptome sind unter anderem:

  • Gefühl des Kontrollverlustes und gleichzeitig starkes Kontrollbedürfnis
  • verzerrte Körperwahrnehmung
  • geringes Selbstwertgefühl
  • unmittelbar nach Essanfall Erleichterung und Zufriedenheit, nachher jedoch Scham, Schuldgefühle, Verzweiflung
  • es können auch andere psychische Störungen dazukommen (wie bei der Magersucht), so zb. Depression, Zwangsstörung, Angsstörung,…..

Folgende Beschwerden könnten unter anderem auch sein:

  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Erschöpfung
  • Verdauungsstörungen
  • unregelmäßig. Menstruation
  • Stimmungsschwankungen

Der Kern der Krankheit ist sehr individuell, obwohl die Ursachen natürlich viele Gemeinsamkeiten aufzeigen.

In meinen Coachings geht es vor allem darum, an den Kern zu gelangen und das Innere zu verändern, aufzuarbeiten, zu heilen, denn alles fängt im Inneren an und dadurch ziehen wir auch das Leben im Aussen dementsprechend an.

Jeder Mensch ist individuell und hat eine andere Geschichte. Mein Anliegen ist es, die Wurzel zu finden, denn in den meisten Fällen ist Essen nicht das Problem, auch wenn es sich dadurch bemerkbar macht. Es ist sehr oft der Fall, dass die Menschen ein bestimmtes Gefühl oder Gefühle fühlen möchten, diese aber unterdrücken, nicht zulassen, oder auch nicht wissen, wie sie dies in ihr Leben integrieren, da sie es nie gelernt haben. Sie haben sich angepasst und nie das gelebt, was sie wirklich sind. Auch bestimmte Erfahrungen haben sich tief in uns eingeprägt ….und durch das Essen bzw. Nicht Essen spüren wir eine Art Kontrolle, die jedoch Illusion ist und uns gefangen hält.

Des Weiteren darf auch wieder das Essen „neu“ erlernt werden, natürlich zu essen, Intuitiv essen. Auf seinen Körper zu hören, zu vertrauen und die Körpersignale deuten zu können.

Essgestörtes Verhalten sollte keine lebenslange Lebenseinstellung sein.

Genauso wie Essstörungen, die eine ernstzunehmende Krankheit darstellen. Ich bin kein Therapeut und dies sollte auch keine ärztlich therapeutischen Aufenthalte ersetzen.

In meinen Coachings arbeite ich gemeinsam mit dir den Weg von Innen nach Aussen. Ich gebe dir Werkzeuge an die Hand um dich selbst besser kennen zu lernen, und dich zu verstehen.

Ich unterstütze dich dabei, Glaubensmuster und Blockaden – das innere Kind – zu heilen und mithilfe der Selbstliebe und Intuition deinen (Heilung) Weg zu dir selbst zu finden.

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